Pixel & Objektiv

Im Gespräch: Susanne Hassler-Smith über Fotografie, Film und die Freude am kreativen Prozess rund um ein Foto- oder Videoprojekt

Klaus Lorbeer, Cliff Kapatais Season 1 Episode 24

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Susanne Hassler-Smith bewegt sich souverän zwischen Fotografie und Videografie. Im Gespräch mit Cliff Kapatais und Klaus Lorbeer erzählt sie von den Herausforderungen bei der Produktion des Musikvideos „Vaschwindn“ von Voodoo Jürgens, das komplett in einem einzigen Take – also ohne einen einzigen Schnitt – gedreht wurde. Außerdem spricht sie über professionelles Fotomanagement und betont, dass gutes Networking sowie Weiterempfehlungen von zufriedenen Kunden und Kundinnen genauso wichtig sind wie das eigene kreative Können.

Wer mehr über ihre Arbeit erfahren möchte, bekommt auf ihrer Website einen spannenden Einblick in ihr vielseitiges Portfolio – von Musikvideos und Werbespots bis hin zu Fashion- und Werbefotografie. www.susannehasslersmith.com

Susanne Hassler-Smith ist auch Sony Ambassador: www.sony.at/alphauniverse/ambassadors/susanne-hassler-smith

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Pixel und Objektiv, wo Bilder sprechen und Fotografen plaudern. Der Podcast von Klaus Lorbeer, Chefredakteur des Foto Objektiv Magazins und Cliff Kapperteis, Fotograf und Agenturchef.

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Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Pixel und Objektiv. Mein Name ist Klaus Lorbeer und mir vis-à-vis sitzt wie immer Cliff Kapperteis. Hallo. Hallo Klaus. Wir freuen uns sehr, heute Susanne Hassel-Smith zu Gast zu haben. Sie ist Fotografin und Videografin, macht Foto- und Videoprojekte in Sachen Mode, aber auch kommerzielle Projekte und Musikvideos. Sie hat zum Beispiel unlängst ein neues Musikvideo von Vudo Jürgens gemacht, auf das wir noch zu sprechen kommen. Aber vielleicht beginnen wir damit, dass sie sich kurz vorstellt, was sie denn so macht und wie sie zu dem geworden ist, was sie ist. Susanne, bitte.

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Danke, Klaus. Ich freue mich sehr hier zu sein. Also ja, du hast es eigentlich sehr gut auf den Ton gebracht, genau Fotos als auch eben filmische Arbeiten, sehr viele Musikvideos in letzter Zeit, aber eben auch im Fashionbereich. Also ein bisschen Werbebereich und unterschiedlich, ob Foto oder Video. Also die Anfang, manchmal kommen mehr Fotoprojekte rein, manchmal mehr Videoprojekte und da muss ich schon sagen, bin ich recht happy, dass ich beides anbieten kann. Weil ich hatte schon mal Jahre, wo so 80% nur Video war und dann im nächsten Jahr so 80% nur Foto. Also es ist recht lustig, wie so der Markt sich immer wieder verändert oder wo der Fokus liegt überhaupt im Markt. Das finde ich auch eigentlich auch sehr spannend. Und ja, wie bin ich zu dem gekommen? Wie soll ich sagen? Also ich habe als Kind, ich war schon immer von Fotokameras irgendwie umgeben, weil mein Vater und mein Großvater auch fotografiert haben, also im Hobbybereich. Aber ich muss sagen, schon sehr, sehr ambitioniert. Und ich habe dann irgendwann einmal in einem Frankreich-Urlaub, weil meine Eltern mich irgendwie beschäftigten wollten und ich war gerade so ein wunderbarer, super toller Teenager mit 14, habe ich so eine Wegwerfkamera, also so einmal alles auslösen, 35 Shots bekommen und haben sie gesagt, okay, have fun, gehen Sie nicht auf die Nerven soft die Art. Und als dann die Entwicklung Retour kam und mein Vater die gesehen hat, das war der Moment, wo ich gemeint habe, okay, warte mal, da gibt es anscheinend doch ein bisschen ein Talent, das in der Familie weitergegeben wurde. Und dann habe ich die Rolleflex von meinem Großvater bekommen. Und auf der habe ich dann eigentlich, würde ich sagen, wirklich fotografieren gelernt. Aber der Light Meter was broken. Das heißt, ich habe dann auf die harte, aber damals war es noch ein bisschen billiger, auch gelernt, wie ich das Licht messe. Also ich bin ein wandelnder Lichtmesser.

SPEAKER_03

Das ist gut, wenn man das kann. Und wie bist du dann von der Fotografie zum Videobereich, zur Videografie gekommen?

SPEAKER_04

Also ich bin ein Late 80s Child, sage ich immer. Also ich bin aufgewachsen mit MTV und Viva in Dauerschleife daheim und ich habe, also ich habe mich in Musikvideos verliebt. Also Johnny Cash hurt oder halt die ganzen großen Klassiker damals. Cliff griff sich gerade aufs Herz, er versteht es. Und also da kam dann schon immer die Liebe für Musikvideos, aber eben auch Filme. Also, also ich lieb einfach, ich habe es immer so geliebt, wie Emotionen transportiert werden können, eben durch Fotos, ob das jetzt still war oder bewegt. Und also somit, ich kann mich erinnern, als Kind bin ich auch schon so mit kleinen Camcorders herumgerannt durch den Wald und habe irgendwie versucht, was zu inszenieren. Und aber das erste fixe, also auch Studium war dann Fotografie und dann aber Film eben auch. Und also irgendwie ging das immer beides einher.

SPEAKER_01

Wenn ich da gleich reingrätschen darf, du hast gesagt, du hast tatsächlich Ausbildung genossen in Film und Fotografie. Hat dir das was gebracht und ist das was, was du sagen würdest, das muss man heute auch noch machen oder kann man anders einsteigen in das Thema?

SPEAKER_04

Also es hat mir persönlich extremst viel gebracht, weil es war eine sehr praktisch orientierte Ausbildung. Also ich habe in Vancouver, in der Vancouver Film School damals studiert, also für drei Jahre war ich dort. Und es war sehr praktisch orientiert, aber eben auch theoretisch. Und dadurch konnte ich einfach mit verschiedensten Kameran spielen. Und wir haben aber auch verschiedene Projekte gehabt und unterschiedlichste Lehrer oder Professoren unter Anfangstriche, die wirklich in der Industrie waren. Das heißt, wir haben so obergute Gastvorträge bekommen und einfach einmal so zwei Jahre haben nur zum Spielen. Und so, das ist Langzeitbelichtung. Das ist dies. Fotografiere das Alphabet, aber finde das Alphabet in deiner Umgebung von Gegenständen. Also so den Szenen wurde ganz anders geschärft. Also ich für mich muss sagen, ja, es hat mir was gebracht, weil ich einfach zwei Jahre lang spielen durfte und eben auch mit Studio-Equipment etc. lernen konnte. Und ich, ja, es gab damals auf YouTube etc. schon ein paar Kurse. Aber ja, ich bin so eine praktische. Ich lerne urgut vom Sehen oder Zuschauen.

SPEAKER_03

Learning by doing.

SPEAKER_04

Learning by doing, ja. Also ich glaube, es ist so, wie jeder irgendwie persönlich ist. Also manche lernen urgut theoretisch und manche Learning by doing.

SPEAKER_03

Ich glaube, ein bisschen Praxis kann nie schaden, ergeblich. Also nur Theorie alleine mag zu wenig sein, wiewohl es doch hilft. Das heißt aber, du hast ja dann, wieso wie ich das jetzt raushöre, mit den Musikvideos, die du ja auch machst, machst einen Traum erfüllt. Weil wenn du sie als erst so gern gesehen hast und jetzt selber machen darfst, würde ich doch gleich einmal da hineinspringen. Ich habe das Neueste, ich glaube, es ist deuestes Video gesehen, was du mit Wo du Jürgens gemacht hast. Und du hast mir schon vorher gesagt, das Ganze ist ein Single-Shot sozusagen. Magst du ein bisschen was darüber erzählen, über dieses Video, wie es zustande gekommen ist und was die Herausforderungen dabei waren?

SPEAKER_04

Ja, gerne. Also sie sind auf mich zu gekommen und ich habe den Song gehört. Und es ist für mich immer so ein Entstehungsprozess. Also sie haben mich, also der Manager als auch der Voodoo haben mich echt einmal zuerst einmal einfach, das mache ein eigenes Konzept, schauen wir mal. Und habe mir dann den Song, glaube ich, gefühlt. Ich weiß nicht wie oft angehört, und mir hunderttausend verschiedene Ideen durch den Kopf gehen lassen, bis ich dann lustigerweise gerade in der Therme war, in der Sauna und gedacht habe, ich hab's. Und dann habe ich so gedacht, okay, es ist ein One-Shot. Also, und es ist eben diese Aufbruchsstimmung und dieses Flüchten, und ich möchte wirklich dieses Chaos, dieses komplette Chaos und den Viewer auch komplett reinschmeißen. Und Gott sei Dank hat das Konzept auch gefruchtet und auch Thumbs up bekommen. And we haben dann einen gesamten Tag gedreht, haben uns also chaotisch durch diese Wohnung begeben. Und ich glaube, wir haben zwölf Takes insgesamt gedreht. Und ich glaube das elfte oder das neunte, ich kann mich nicht mehr genau erinnern, ist es dann geworden. Und weil natürlich bei so einem One-Shot mussten wir uns auch wirklich gut organisieren. Und ich habe nicht nur die Kamera gemacht, sondern ich habe es auch direkt. Das heißt, würde man den O-Ton von dem Original-File hören, würde man sich abbecken. Weil ich schreien also, und jetzt weiter, weiter, weiter, weiter. Oh mein Gott, Chaos, Chaos, Chaos. Also ich habe halt einfach gefilmt als auch danke Sony-Kameras für den Autofokus auf der FX3, weil ich war vom Gimbal oben. Der hat mein Leben wieder mal gerettet, weil ich hätte jetzt nicht noch Fokus poolen können. Und habe mich da eben das mit dem Gimbal und mit ihnen haben wir verschiedene Punkte gehabt, die wir in der Wohnung eben abgehandelt haben. Und bis sie dann eben wieder rausgegangen sind. Also für die, die das Video noch nicht gesehen haben, gab es jetzt ein paar Spoilers.

SPEAKER_03

Wir werden das verlinken in den Shownotes, wie immer. Beziehungsweise auf YouTube kann man es sich, glaube ich, auch abrufen, das Video. Jetzt hast du ja dann, also Single Shot heißt natürlich, dass dieses Video in einem durchgedreht wird und nicht geschnitten ist. Das ist natürlich eine Herausforderung, weil es spielt in mehreren Räumen dieser Wohnung und die Handlung ist sehr dynamisch, würde ich mal sagen. Das heißt, wie war da deine Ausrüstung? Du hast die Kamera die ganze Zeit ja tragen müssen, das Licht, wie kann man sich das vorstellen?

SPEAKER_04

Also ich war nicht allein. Also ich muss schon sagen, ich hatte auch eine Crew mit mir. Also ich hatte noch zwei Assistenten, die eben auch mit Licht geholfen haben. Von draußen haben wir auch Licht reingeworfen in die Wohnung, um eben auch diesen Tageslook immer gleich zu halten. Also wir haben in der Früh, und das war, ich glaube, das ist noch im Dezember gedreht, das heißt, die Tage waren sehr kurz. Toll natürlich. Und wir haben dann mit, also Apertures von draußen reingeleuchtet mit einer Diffusion. Und ich hatte aber auch auf meinem, auf meiner Kamera auf der FX3, hatte ich noch so einen leichten Pro-Mist-Filter, weil ich liebe nämlich den so einfach, dass es ein bisschen hazy macht, als auch eine Nebelmaschine und natürlich auch eine wunderbare Megapartistin, die natürlich dieses Cut und so weiter geschminkt hat. Und also die Julia Franz Richter und der Wut und ich, wir waren immer in der Wohnung. Und die anderen drei, die mussten dann eigentlich immer auf den Gang draußen warten, während wir geshootet haben.

SPEAKER_03

Sonst wären sie ja im Video gewesen.

SPEAKER_04

Jawohl, also ich glaube, hätten sie sich mit mir mitbewegt, das wäre nicht gegangen. Also Gott sei Dank, der Gang war eh nicht eiskalt, aber die haben dann draußen dabei die Stille genossen, weil natürlich habe ich geschrien drinnen.

SPEAKER_01

Läuft im Hintergrund auch auf voller Lautstärke das Lied mit? So jedes Mal gott.

SPEAKER_04

Oh Gott, oh mein Gott, ich muss euch was sagen. Das war herrlich. Also die Küchensequenz, also dort startet eben das Video und ich hatte so eine kleine GBL-Box in meiner, also ich hatte so ein Pullover, wo ich vorne so wie so eine Kangaroo-Tasche hatte. Und die Julia und ich hatte das Handy mit Bluetooth verbunden. And die Julia stand hinter mir ganz am Anfang and she had this Lied auf Play gedrückt, mir wieder hinten in die Hosentasche gesteckt. Vorne an mir war die GBL-Box und dann ging es los. And dann haben wir uns herumgefetzt durch die Wohnung. And yeah, ich habe eben die Kamera, also es war eine FX3 auf dem Gimbal den ganzen Tag getragen, dazwischen immer wieder abgestellt. Und ja, also ich glaube, für jeden, der mit Kameras zu tun hat, weiß, man hat meistens eine Halmer-Shörn.

SPEAKER_01

Ein bisschen workout-inklusive, ja, genau.

SPEAKER_04

Und also ich glaube, würde ich nicht Pilates machen und Krafttraining, also könnte ich das also jetzt schon nicht mehr machen. Also ich muss wirklich im Training bleiben. Und an dem Tag bin ich dann aber auch nicht mehr ins Fitnessstudio gegangen, das habe ich dann lassen.

SPEAKER_01

Das heißt immer, wir haben so gemütliche Jobs, wir müssen aufs Knopf volldrücken und so. Aber wenn man wirklich den ganzen Tag shootet, wurscht Video auf eurem Foto, wenn man sich da voll ins Zeug haben muss. Ich habe letztens wieder ein Event begleitet, wo man zwölf Stunden steht und herumrennt und schaut, dass man rechtzeitig irgendwo ist und am Abend erstmal fertig, wenn man es einfach nicht mehr gewohnt ist.

SPEAKER_04

Ja, es ist ein Workout. Also ich sage immer, an den Tagen, wo ich shoote, brauche ich kein schlechtes Gewissen haben. Ich habe einen Workout gemacht.

SPEAKER_03

In der Wohnung stand auch ein Spiegel.

SPEAKER_04

Ja.

SPEAKER_03

Wie hast du den umgangen, sodass man dich im Spiegel nicht sieht?

SPEAKER_04

Klaus, du hast das so genau angeschaut.

SPEAKER_03

Ja, ich habe mir das Audio angesehen. Natürlich, mir gefällt es sehr gut.

SPEAKER_04

Ich danke dir. Ja, du, der Spiegel. Also es gab, wie gesagt, wir haben ungefähr zwölf Tags gedreht und in zwei Takes bin ich in einem Spiegel drin. Das war auch meistens der Moment, Max, wo ich dann Cut geschrien habe und mir gedacht habe, alter. Weil natürlich, wenn ich Cut schrei und das wir jetzt nicht mehr weiter drehen müssen, müssen wir natürlich diese gesamten Gegenstände auch wieder auf Ausgang bringen. Und Wudo und Julia sind da halt wirklich durch diese Wohnung gesetzt und haben einen Orkan hinterlassen, den wir dann halt irgendwie wieder auf Ausgang bringen mussten, um für das nächste Tag zu starten. Und ich habe dann diesen, also mit jedem Tag mehr haben wir uns immer mehr auch, habe ich auch die Kamera-Moves. Also jeder Kameramove, der jetzt ersichtlich ist oder auch schwenk, der ist geplant. Also es war dann mittlerweile schon eine Choreografie. Und ich habe dann ab einem gewissen Winkel, also wo ich es dann gesehen habe, also wenn ich so über meine Schultern irgendwie geschaut habe, habe ich mich dann gedreht. Ich habe dann wirklich, und man sieht es dann auch im Video, wo ich dann mal so einen 180-Schwenk mache. Und das ist ich, wie ich den Spiegel umgehe, durch eben die Bewegung von der Kamera. Was natürlich auch zur Dynamik natürlich beitrückt. Das ist natürlich vollkommen geplant gewesen. Und so sind wir das dann umgangen. Und deswegen, also ich glaube, es gab zwei, drei Takes, die dann halt wirklich gut, gut waren. Okay.

SPEAKER_03

Das ist eigentlich ein Tanzvideo. Du tanzt, und da sieht man die Tänzerin nicht quasi.

SPEAKER_04

Ich hätte noch irgendwo eine GoPro eigentlich für mich irgendwie. Also, also es wäre eigentlich echt gut gewesen. Und Fun Fact, ich habe wirklich auch viel als Jugendliche getanzt, also viel zu Ballett und Jazz etc. Und spiele auch ein bisschen Klavier, also so die Musik und so den Rhythmus. Also es ist dann, ich habe dann wirklich ein bisschen gedanzt, also wie ich mich gemoved habe. Und weil ich versuche auch die Kamera zu bewegen mit der Musik, aber eben um auch jemanden reinzuziehen, also den Betrachter reinzuziehen. Und da kommt dann halt eben dann irgendwie alles, was man so erlebt habe im Leben mal zusammen. Und dann macht halt auch der Ballettunterricht bei einem Woodo-Jürgens-Musikvideo irgendwann einmal so 20 Jahre später singen. Also hätte ich mir auch nicht gedacht.

SPEAKER_01

Und da schätzt das sehr oft, aber gerade eben, ich sage immer, man muss verstehen, was man fotografiert. Das heißt, wenn du mich zum Eishockeymatch schickst, wo ich keine Ahnung habe, was passiert, weil ich sicher interessante Fotos machen kann, aber nicht die richtigen. Während im Restaurant erkenne ich aus. Wenn man sein Metier oder was man halt filmt, fotografiert, gut kennt, das macht doch dann einen großen Unterschied aus. Ich finde, erstens macht es viel mehr Spaß, weil man so ein bisschen einen Bezug dazu hat. Und zweitens wird das Resultat dann meistens viel, viel besser. Finde ich cool. Du, du hast jetzt deine Sony mit dem Autofokus schon ein, zweimal gerühmt. Ich bin ein großer Fan vom modernen Autofokus. Also viele Sachen, die wir heutzutage machen, wären vor fünf Jahren, vor zehn Jahren unmöglich gewesen oder undenkbar. Ich habe das Verfügung gehabt, dich kennenzulernen bei dem Sony-Event, weil du bist ja auch Sony Ambassadorin, weil man so richtig ausspricht. Wie wird noch sowas? Wie passiert sowas?

SPEAKER_04

Wie passiert so etwas? Also ja, genau, ich bin Sony-Ambassadorin, was mich sehr freut, eben weil Foto und Video eben dann, glaube ich, auch für Sony relativ interessant war, dass ich eben beides anbiete. Und lustigerweise, wir haben also Sony ist auf mich über Matthias Kniepeiß gekommen. Ich glaube, der war vor kurzem eh auch bei euch. Der war schon Hels. Ja, genau. Und da hatte Matthias mir gesagt, du, da gibt es eine in Wien, die macht so Foto und Video und die verwendet Sony. Und dann kam ein Gespräch auf, und ja, und jetzt freue ich mich, Part of the Sony Family zu sein. Und ja, ich habe vor ein paar Jahren mir die, es ist 2020, ging es bei mir videotechnisch, also durch den Lockdown, falls ihr euch erinnern könnt.

SPEAKER_01

Dunkel, ja.

SPEAKER_04

Dunkel. Ist auch schon wieder sechs Jahre her. Das habe ich vor kurzem irgendwie gar nicht geknast, dass das sechs Jahre her ist, habe ich mir eben die FX 6 geholt. Und weil ich damals extremst viel gefilmt habe, weil, wie ihr euch erinnern könnt, ist da gerade plötzlich alles irgendwie so auf Video gegangen. Und also überhaupt im Fashion-Bereich waren es dann Runway-Shows, weil plötzlich konnten Fashion-Shows nicht mehr stattfinden. Und das war der Punkt, auch wo viele Modelabel dann eben Runway-Shows etc., eben auf Filmen umgestiegen sind. Und der Autofokus, also hier, also zum Beispiel bei dem Musikvideo jetzt oder auch bei anderen Sachen, es ist richtig krass und es hat sich aber auch die letzten Jahre extremst verbessert. Also ich glaube, eh jetzt bei der A75 oder bei der Mark, also A12, auch wenn sich das Subjekt oder Objekt wegdreht, es behält, also es ist ein eingebauter KI. Also ich finde, KI kann auch wirklich das Leben erleichtern, weil dann kann ich auch als Solo-Person und Kameraperson ein One-Shot, also ein Musikvideo drehen, wo ich keinen Schnitt drinnen habe und der Fokus bleibt. Also ich glaube, von diesen zwölf Takes von dem Video, glaube ich, hatte ich echt nur ein Tag, womit der Fokus weggebrochen ist. Das war aber auch wegen dem Nebel, weil die Nebelmaschine einfach plötzlich losgestartet ist und dann, okay, kannst halt auch nicht. Also alles hat seine Grenzen irgendwann mal. Aber also ich finde so, wie soll ich sagen, also so diese, also wie sich so weiterentwickelt hat die letzten Jahre. Also ich kann mich erinnern, wie gesagt, ich habe auf der Rolleflex angefangen. Dann hatte ich damals, also das erste, so richtig mit Foto und Video, diese Bridge-Kamera für mich damals die erste, war sogar noch eine Kanon, die Mark II. Das war ja so wirklich die erste, wo man eben dann noch filmen konnte. Und ja, und jetzt eben seit 2018 bin ich auf Sony. Und ich muss gestehen, also es war wirklich der Autofokus, weil ich nämlich auch sehr viel Theaterfotografie, also Stückfotografie in Theaterhäusern fotografiere. Und in den letzten Jahren sind alle Inszenierungen, ich weiß nicht warum, urdunkel. Also so, du kommst in den Saal rein und musst dich erst einmal aklimatisieren, dass deine eigenen Augen was sehen. Gott sei Dank sind diese Kameras sehr intelligent, gell? Aber ich kann mich erinnern, dass ich da meinen ersten Wow-Effekt hatte, wo ich mal eine Son eben bei einer Produktion ausprobiert hatte und mir gedacht habe, okay, wow, also wirklich, das hat wirklich einen Fokus gehalten und ich hatte viel weniger Auswurf. Also wir Fotografen kennen es halt auch, es ist halt auch viel Datenmüll, unter Anführungssprechend, der halt auch zusammenkommt. Und dieses Datenmanagement besser zu haben, also dass ich nicht, keine Ahnung, 700 Mal abdrucken muss, weil ich mir denke, jedes zweite Bild ist scharf, sondern okay, es liegt das biegt auf gutkärtnerisch. Sehr schön. Ich hoffe, ich habe da eine Frage damit ausführlichst beantwortet.

SPEAKER_01

Ich habe da noch ein paar Follow-up-Questions, die mir so eingefallen sind, weil du gerade von Müll gesprochen hast. Also wir wissen ja, dass bei so einem Shot, wo mal drei, vier, fünf, sechs Fotos braucht und die abgegeben wird oder halt eine Minute Video, zehn Stunden Video Rohmaterial dazu anfangen. Wie machst du das praktisch? Also so rein wirklich neug, wenn du so einen Tag drehst, da kommen ja Unmengen an Daten zusammen. Alles lokal auf 50.000 USB-Drives oder sonst was? Oder gibt es da Tricks?

SPEAKER_04

Nee, also ich habe mir da wirklich auch, und es fasziniert mich teilweise, sehr früh angefangen, Datenmanagement relativ gut damit zu haussieren. Und also wenn ich zum Beispiel fotografiere, ist es so, dass ich einen RAW-Ordner mache. Und also ich verwende Capture One zum Beispiel und habe dann meine Session und habe halt mein Capture-Folder. Und dann gehe ich, klicke ich mal durch und mache halt meine 1, 2, 3-Sternauswahl. Und dann die, die was halt nichts geworden sind, also keine Sterne haben, also die bleiben dann in einem Capture-Folder und die anderen gebe ich in einen Selects-Folder. Und meistens gehe ich dann so nach zwei, drei Jahren, mache ich wirklich die Projekte wieder auf oder ich muss nicht mal die Projekte aufmachen. Ich kann einfach nur in diesen Capture-Folder reingeben, weil ich weiß, okay, das ist jetzt die, keine Ahnung, sind halb geschlossene Augen oder ein Gener oder whatever drinnen. Und die schmeiße ich dann weg.

SPEAKER_01

Man wird dann immer radikal. Ich habe früher immer diese, oh, das könnte ja vielleicht irgendwer nochmal brauchen, wenn die anrufen und genau dieses eine Foto wollen. Und man sammelt halt dann Gigabyte an Müll, aber inzwischen bin ich auch relativ radikal und rigoros geworden. Das braucht man selten, als man denkt. Sehr, sehr cool. Du, und was ich auch noch spannend finde, du machst sehr coole Projekte. Also so Musikvideos, wo du irgendwo, Fashion Shots und sonstige Sachen, wo ich normalerweise sagen würde, ja, Wien ist eigentlich gar nichts guter Ort, wenn man solche coolen Sachen machen möchte. Wie kommst du zu solchen coolen Projekten? Muss man da Personal Networking? Kennst du die alle oder Agentur oder wie kommt man dahin?

SPEAKER_04

Ja, also Tales, also bis jetzt muss ich wirklich gestehen, Personal Network. Irgendwie hatte ich bis jetzt immer Glück, um mit den richtigen Leuten zusammenzukommen oder irgendwo sich zu treffen und man kommt ins Gespräch oder eben auch weiterverbrauch. Weitergeleitet worden von anderen Kunden, die im Happy waren und gesagt haben, hey, ruft die Susa an, weil also die kommt und die liefert und weil es ist halt auch so eine Sache, also ich finde, also überhaupt in unserem Mieter ist es, es ist ja nicht nur, okay, meine Fotografien oder meine Arbeiten sind gut oder halt passen, unter Anfangsstrichen, sondern es ist natürlich auch vieles Persönliche irgendwie und was halt jeder so für sich mitbringt oder halt noch irgendwie noch mehr mitbringt dann auch eben Konzeptarbeit. Also wie gesagt, ich bin jetzt nicht nur, dass ich sage, okay, ich mache jetzt die Kamera und ich drehe und mache das schön, sondern ich komme mit einem Konzept. Ich schneide das eben auch. Also ich würde sagen, ich bin so eine Boutique-Produktionsfirma und je nach Auftragslage sieht das manchmal so aus, dass ich alleine komme oder eben mit einem Assistenten oder mit sieben Leuten. Also jetzt vor kurzem hatten wir eine Produktion in Ungarn, eine Fashion-Produktion mit einem befreundeten Fotografen, wo ich dann das gesamte Kamerapartment unter mir hatte. Also ich habe auch PM gemacht, also Production Management, und habe dann das gesamte Team aufgestellt und eben organisiert und also von daher lösungsorientiert anderen Menschen was abnehmen. Das öffnet Türen.

SPEAKER_03

Wenn man deine Werke sehen möchte, sieht man die auf deiner Homepage oder die Musikvideos zum Beispiel findet man ja wahrscheinlich unter dem Namen der Interpreten. Das interessiert mich natürlich wieder, welche Musikvideos gibt es noch von dir, die man sich ansehen könnte. Ja, wo findet man deine Arbeiten?

SPEAKER_04

Also ich habe eine Website, also e-mein gesamter Name.com, also Susanne Hasslersmith.com. Und ich versuche, und jeder schmunzelt jetzt ist wahrscheinlich, der gerade mithört, das up to date zu halten und immer die neuen Projekte dann raufzugeben. Und natürlich auch, also die Künstler, wenn ich zum Beispiel jetzt Musikvideos mache, natürlich gehen die meistens übers Label oder über den Künstler und über den YouTube-Kanal selbst aus und ich verlinke den dann eben eingebettet auf meiner Website. Weil ja, also ist am leichtesten, weil die kriegen fix mehr Views als wie ich mit meinem YouTube-Kanal, den ich einfach nie angefangen habe, weil ich mir gedacht habe, Godspeed, man muss nicht alles machen. Und auch Fotoprojekte auch, also meistens die Kunden posten es dann und dann ist für mich auch so weit, okay, cool, jetzt kann ich es auf die Website geben. Weil natürlich oft auch so Werbejobs, also ich kann jetzt, die Fotos sind meistens ein Monat, zwei Monate vor, bevor sie die Licht der Welt erblicken, irgendwie schon fertig. Und ich muss warten, bis der Kunde es dann halt eben postet und dann mache ich manchmal einen Post auf Instagram oder ich poste eben auf meiner Website und so versuche ich eben meine Werke auch sichtbar zu machen, was eben so up to date ist. Aber manchmal bin ich so busy oder in meinem Kopf und dann poste ich nichts. Ich dachte, da muss ich mich ein bisschen an Krawatt rumnehmen. Also sollte ich vielleicht wieder.

SPEAKER_03

Ich möchte das auf jeden Fall in den Shownotes unten verlinken, alle Links, die wir halt so finden, damit man ein bisschen was sich ansehen kann, draufklicken kann und schauen, was es so gibt von deinen Arbeiten.

SPEAKER_01

Und du hast das jetzt eh auch gerade wieder schön zusammengefasst. Ich finde eine der Sachen, die sehr oft übersehen werden oder unterschätzt werden, ist, dass wir als Fotografen, Videografinnen viel, viel mehr machen, als halt nur eine Kamerabiete nur abzudrücken, weil es fängt halt an mit Kreativität und Projektplanung und allem, was dazugehört, bis zur Nachbearbeitung. Gerade in dem Umfeld, was wir da so alles machen. Thema KI. Also ich habe mit vielen Kolleginnen und Kolleginnen schon darüber geredet. Ich finde es sehr spannend. Ich nutze es sehr gerne als Tool und ich sehe mich jetzt nicht in meiner Kreativität irgendwie gefährdet. Wie siehst du das? Ist das was, wo du sagst, you embrace it oder ihr so, nee, muss nicht sein?

SPEAKER_04

Also KI ist ein Riesenthema. Also ich glaube, sie ist da, also jetzt seit drei Jahren extremst und entweder man hat Angst davor oder man versucht sich vielleicht mal einfach damit auseinanderzusetzen. Weil oft ist eine Angst einfach vor überhaupt allem Neuen irgendwie ja eine Unsicherheit, weil es hat halt eben viel mit Sicherheit zu tun. Oh mein Gott, mein Job und so. Aber es gibt, glaube ich, auch sehr viele Möglichkeiten. Also ich muss gestehen, ja, ich verwende KI, hauptsächlich auch für mich im organisatorischen Bereich. Also so diese Dinge, so mit Thought Processes, zum Beispiel Angebote oder solche Sachen, irgendwie, also es in der Back Office. Weil da gibt es halt eben viel, wo ich mir denke, okay, da tue ich mir leicht und ich kann auch Zeit gewinnen, wenn ich das jetzt mit KI oder sonstiges mache. Und natürlich mittlerweile ist es, also ich, ich arbeite mit Adobe auch, ist es ja überall bei Photoshop etc. auch schon überall drinnen. Nur es ist schon eine Sache, du musst dich halt, also müssen du es nicht, müssen du mir gar nichts im Leben, aber man braucht halt irgendwie schon Zeit, um sich auch damit zu auseinandersetzen. Es geht halt alles so schnell auch, gell? Also, wo ich mir halt auch denke, okay, also gefühlt alle fünf Minuten gibt es ein neues Update von Photoshop oder von irgendeiner anderen neuen Software, wo was Neues möglich ist, an der ich noch gar nicht gedacht habe, dass es gibt. Und lustig, also ich habe jetzt vor kurzem ein Musikvideo gemacht wieder für einen Wiener Künstler. Und die letzte Szene, das konnte ich dort nicht drehen. Also erstens bleach der nicht möglich, zweitens, das hätte over viele Permits gebraucht, das zu drehen und es handelt sich um eine Matratze, die brennt. Wir hatten die Matratze, aber ich habe mir gedacht, was was? Ich habe das Konzept geschrieben, wenn ich dann im Schnitt bin, setze ich mich daraus auseinander, dass ich das irgendwie zum Brennen bringe. Ich habe mich, glaube ich, eine Stunde damit auseinandergesetzt und versucht, bis ich dann den Matthias angerufen habe, der das gefühl in 20 Minuten dann irgendwie so hinbekommen hat. Und genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Und da habe ich mir dann gedacht, so, oh, schon cool. Weil natürlich, also Musikvideos sind toll, aber es ist jetzt auch nicht mehr das Budget von den 80ern hier, wo man für ein Michael Jackson-Video eine Million ausgeben kann. Also die Zeiten sind leider vorbei. Aber es schränkt halt eben nicht mehr die Kreativität ein oder was machbar ist, sondern man kann manchmal auch wirklich gut unterstützend jetzt eben Konzepte umsetzen, die vielleicht davor, budgetär etc. nicht möglich gewesen wären. Also ich finde, man kann es gut einweben.

SPEAKER_03

Das heißt, das wurde dann mit generativer KI erstellt, quasi diese brennende Matratze.

SPEAKER_04

Genau, also das ist wirklich der Last Shot of the Music Video. Für zehn Sekunden brennt dann diese Matratze ab. Also ich habe dann ein Frame hingeschickt und eben, was ich mir vorstelle, und habe dann eben noch wieder im Edit dann einen leichten Zoom-In gemacht und noch ein bisschen mit der Musik herum, also dass es noch mehr eingebettet ist und es funktioniert. Das schaut so echt aus.

SPEAKER_01

Eben. Und da jetzt noch einmal kurz provokativ nachzuhalten, ich habe mich letztens wieder mit Matthias mich zusammengesetzt. Matthias Knipper ist unser Leading AI-Expert in diesem Bereich, der wieder Sachen gezeigt hat mit zwei, drei Prompts Hollywood 3 für Szenen und Zusammenhängende und Character Consistency und all die Sachen, die das vor drei Wochen unmöglich waren. Und geil, ja. Also ich fand das wirklich beeindruckend, weil es heißt halt, dass auch ich, der wenig Ahnung von Film hat, jetzt Sachen machen könnte, die mir weder physikalisch auch budgetär möglich waren, machen kann. Machen sich dann echte Filmemacherinnen wie du, sorgen ihren Job, dass Stümper daherkommen und das dich ersetzen, oder wie siehst du das?

SPEAKER_04

Wie sehe ich das? Also, also ich glaube, Angst ist ein Hundling. Weil die kann auch lähmen. Und wie soll ich sagen, also ich glaube auch für die Prompts und alles und auch für den Zusammenhang, zum Beispiel über beim Filmen. Also es ist ja nicht nur so, dass wir jetzt, also, dass du eingibst, okay, schreib mir ein Hollywood-Riffers Skript, sonst das Menschliche, also das schwingt trotzdem noch alles irgendwie mit. Also auch die Aussage dahinter und warum wir gewisse Dinge tun. Also ich glaube, es ist eine richtig gute Unterstützung oder es öffnet neue Tore und Wege oder Portale für eine Arbeit, die wir uns vielleicht jetzt noch gar nicht irgendwie überlegen oder denken oder greifen können im Geister. Aber ich glaube, sich damit zu befassen, ist besser als wie mit einer Angst zu leben. Und also ich glaube aber auch, überhaupt im Werbe- oder im Foto- und Filmbereich wird schon so menschlich gemacht, das Kind jetzt steppert. Aber so, wenn wir das jetzt wirklich gemacht haben, also Making-Offs etc., werden immer wichtiger werden, wenn mich zum Beispiel, okay, ich bin jetzt in Ungarn und ich bin da in einem Schloss und ich fotografiere, wird es immer wichtiger auch zu sein, hey, making off. Weil das nämlich zeigt, hey, hier waren wirklich Menschen am Werk und das ist wirklich geschehen und so haben wir das umgesetzt. Also ich glaube, dieses Handwerk wird trotzdem, wird eine ganz andere Stellung wieder einnehmen. Es wird sich vielleicht ein bisschen einpendeln für eine Zeit lang, weil alles ein Hype hat. Aber ich glaube, wir leben so jetzt, jetzt ist 2026, aber so irgendwie gefühlt leben wir auch so. Also 1890 hat es die letzte so krasse Industrialisierung gegeben mit auf einmal Maschinen, wo auch alle, oh mein Gott, die Maschinen werden uns den Job wegnehmen. Aber ich glaube, so die Kreativität oder das Denken, das jeder Fotograf oder auch jeder Filmemacher hat, das einhergeht, warum wir das jetzt umsetzen wollen. Mit welchem Beweggrund dieses intrinsische, ich muss eine Geschichte erzählen oder ich möchte eine Emotion transportieren, also das Psychologische, dieses, ich glaube, das wird nicht weggehen und diese Künstler oder diese Mind, die ja, die wird es immer brauchen und die Innovativen, so auf die Art, weil deswegen haben wir jetzt auch AI.

SPEAKER_03

Da möchte ich aber noch kurz was einwerfen, weil ich habe bei einem Vortrag von dir gesehen, du machst ja deine Storyboards per Hand, per Zeichnung. Du zeichnest sie selber, was ich sehr schätze, als großer Comics-Fan auch übrigens. Das heißt, da ist schon noch, das könnte man ja auch mit KI machen, aber da hast du das menschliche Element, da bist du direkt dabei. Also ich wollte nur das noch erwähnen, dass ich das gut finde. Eine andere Sache, weil ob du Angst hast, dass du ersetzt wirst, sind die Smartphones. Also Smartphones sind in der Fotografie schon ziemlich gut, noch besser sind sie in der Videografie. Also ein, sag ich mal, neues Apple-IPone ist videografisch wirklich cool. Hast du da Angst oder nicht Angst? Findest du das interessant, was die bieten? Glaubst du, können sie mithalten? Würdest du dir vorstellen können, auch einmal mit einem Smartphone ein Video zu drehen, weil es sehr kleiner ist und man da vielleicht andere Sachen machen kann? Wie siehst du das?

SPEAKER_04

Also ich glaube, alles ist eine Frage des Stils, was man umsetzen kann. Aber ja, es stimmt natürlich. Also ich hatte lustigerweise in Vancouver einen Lehrer oder einen Professor, der mir gesagt hat, die beste Kamera ist die, die was du immer bei dir hast. Und das ist halt mittlerweile fast bei uns allen irgendwie so das Handy, was schnell irgendwie dabei ist. Ja, die Kameras werden immer besser, das ist absolut. Aber ich glaube so wirklich dieses Spielen und ND-Filter zum Beispiel. Ich bin ein fixer Fan von ND-Filter und eben auch wirklich diese Kameras-Kameras über beim Film, was dann noch irgendwie anders möglich ist und dieses andere Arbeiten, weil mit diesen größeren Kameras, es slowt ja auch nochmal alle runter. Also überhaupt auf dem Filmset ist es ja dann wirklich so, jeder hat irgendwie so seinen Job. Und dadurch kann aber jeder noch mehr ins Detail arbeiten. Und weil du die Storyboards angeschrieben hast, zum Beispiel für mich ist dieses Zeichnen und das Lied zu hören, voll der Prozess. Also, wo ich, also wenn ich Regie mache, mir das extremst hilft, mich irgendwie auch rein zu versetzen, in dem Video dann drinnen bin. Und ich baue dann auch extrem viel psychologisch ein. Also ich plane da extremst viel, welcher Winkel verwendet wird oder welche Perspektive oder welche Linse, welche Kamera-Move, weil kein Kameramove ist unbedacht. Also wenn sich die Kamera bewegt, denke ich mir dabei was. Oder wenn die Kamera von oben runterfahrt. Also es ist alles psychologisch. Und das versuche ich halt eben dann Shot zu Shot mir vorerst alles durchzudenken, damit dann die Essenz von dem, was ich aussagen möchte, noch besser rüberkommt. Also ich bin, also ein Ziel für mich, weil sowieso, ich würde urgent zum Spielfilm, also als Cinematografin, weil ich finde, oder Regie oder so, weil es ist einfach so eine spannende Welt, eben wie du, wie du Bilder, wie soll ich sagen, wie Bilder Geschichten erzählen oder was Bilder in einem auslösen. Es geht halt auch einher mit Licht. Also wie setze ich das Licht, damit ich zum Beispiel einen Charakter irgendwie, keine Ahnung, gut oder böse, jetzt einmal ganz klassisch runtergebrochen da sein lasse. Und natürlich, ich könnte mit einem iPhone draufhalten und manchmal denke ich mir schon, oh ja, das Sinn, was das schaut halt direkt geil aus, gell? Aber wenn ich dann, aber dann bin ich im Schnitt und im Color Grading, und dann kannst du halt malen, gell, dann kannst du halt wirklich Caravaggio-Stil das Licht noch, also richtig gut, dieses Color Grading, weil Color Grading ist auch extrem psychologisch, weil das ist auch wieder die Farbpsychologie, die dahinter ist. Das heißt, jeder Film oder jedes Musikvideo oder jedes Foto, das wir alle irgendwie bearbeiten, wir denken uns ja bei den Farben oder bei der Bearbeitung auch noch etwas, wo wieder dieses Persönliche reinkommt. Und das ist halt, glaube ich, auch, also natürlich, das könntest du jetzt pompben, aber ich finde so dieser kreative Prozess, der dahinter ist, der macht es schon menschlich.

SPEAKER_03

Ich glaube auch, dass man nicht alles pompfen kann, denn die KI kann ja auch nur das nehmen, was sie schon gegeben hat. Also sie bezieht sich auf das, was sie gelernt hat und du kannst hingegen Neues schaffen.

SPEAKER_04

Voll, genau. Also ich kann neu schaffen oder ich kann auch mit der KI gemeinsam andere Gedanken irgendwie weiterspinnen oder also ich meine, ich muss gestehen, ich glaube, ich verwende es sehr wenig bis dato. Also ich glaube, ich bin da nicht die perfekte Ansprechpartner, was KI anbelangt. Aber ich muss sagen, ja, ganz am Anfang, wo es rausgekommen ist, hatte ich schon kurz eine, oh mein Gott, mein Job. Und da habe ich mir gedacht, okay, so, das bringt dir nichts. Rest dich im Riemen. It's here, it's gonna stay, deal with it. Und dann eben auch die positiven Aspekte davon irgendwie zu anzunehmen oder zu erlernen. Und das ist also, ich finde es spannend, weil irgendwie, du musst dich ständig weiterentwickeln. Und ich finde, das hält auch jung. Irgendwo. Also ich glaube, das ist für uns alle gut, weil es fällt oder es geht sehr schnell, dass man irgendwie so in einen Trott reinkommt und immer die Sachen gleich denkt, also so auch Glaubenssätze, dass man immer irgendwie von einer Meinung überzeugt ist und das bricht das irgendwie wieder auf und man kann Dinge von einer anderen Perspektive betrachten und merken, oh, also ich könnte es auch so anschauen oder ich könnte es auch in die Richtung gehen. Jetzt nicht nur fotomäßig oder filmmäßig, sondern auch psychologisch, aber ich glaube.

SPEAKER_01

Finde ich sehr spannend und sehr, sehr hilfreich. Also ich habe auch in letzter Zeit endlich wieder vieles Neues probiert, gemacht, geschaut, gelernt. Nach gefühlten Jahren, also es war alles gut und schön, aber es war jetzt so ein bisschen linear und jetzt geht es mir, wow, alles ist möglich. Susanne, also so Richtung Abschluss. Gibt es irgendwelche zukünftigen Projekte, auf die du dich freust? Irgendwelche Ausstellungen, schreibst du Bücher? Is there anything big happening?

SPEAKER_04

Ich soll immer ein Buch schon. Also ich habe wieder, ich gebe wieder ein paar Talks. Also für Sony fühle ich mich, bin ich sehr happy, weil ich kann bei gewissen Hausmessen immer so Talks geben. Jetzt, dann tue ich bald mal beim Digital Store wieder. Und also, und da gehe ich manchmal oder sehr gerne eben auf die Psychologie des Sehens ein oder eben auch so Color Grade, also so was das eben alles macht, Perspektiven im Innen und im Außen. Also, das steht jetzt demnächst mal bevor und ein paar andere Projekte sind in der Pipelines, aber ich bin eine Verfechterin von Don't Speak It. Weil sonst was den ist, gell? Ja, müssen wir schon mal kurz verschreiben. Aber ja, also ich muss sagen, also so, Klaus, wie du vorhin gesagt hast, also manchmal muss ich echt mal so ein Zoom-out von meinem Leben machen und mir denken, wow, also ja, ich mache jetzt Musikvideos oder ja, ich habe jetzt coole Projekte, Fashionprojekte. Und ja, also die kleine SUSA, die damals da vor dem MTV angeschaut hat, es ist schon ein lustiger Shift. Also so auch die Dankbarkeit, einfach so, okay, cool, das passiert gerade wirklich, und weiter zu genießen. Und schauen wir mal, was passiert, gell?

SPEAKER_03

Das bringt uns zu unserer abschließenden Frage. Iris, sagst du? Die Mal lassieren, wie immer. Wie siehst du denn die Zukunft der Fotografie in technischer, auch in gestalterischer Weise? Wie wird sich es deiner Meinung nach weiterentwickeln?

SPEAKER_04

Also ich glaube, und das ist eher ein Trend, den wir schon in den letzten Jahren irgendwie so mitverfolgen, ist, dass Kameras leichter werden und handlicher und eben aber auch, wie soll ich sagen? Man kann nie, also ich wünschte, ich hätte eine Glaskugel manchmal, gell? Also für nicht nur für die Fotografie, sondern für mein Leben, ja.

SPEAKER_01

Aber für die Lottozahlen, ja.

SPEAKER_04

Oh mein Gott, das wäre doch toll, oder?

SPEAKER_01

Endlich Budget für die ganzen wahnsinnigen Projekte, die sind so herumgeister.

SPEAKER_04

Ja, also das wünsche ich mir sowieso einfach. Ich sage immer bei Kunden, ich hätte einfach nur gern ein größeres Budget, damit ich einfach mehr lichteln kann und spielen kann. Natürlich, die Mitte freut sich auch. Aber wie stelle ich mir die Zukunft der Fotografie vor? Ich wünschte, ich hätte eine Antwort. Aber ich glaube, sie wird nicht weggehen. Weil, also wir sprechen in Fotos. Also, ob es jetzt die Werbung ist, also ein Bild sagt trotzdem extremst schnell eben etwas aus, wo manchmal Sätze oder Worte ein bisschen länger brauchen, um ein Konzept auch zu erklären. Also ich glaube, die Fotografie und das Filmen, das wird nicht weggehen. Im Gegenteil, ich glaube, es wird sogar mehr werden. Bilder um uns herum, bewegte Bilder, who knows? Also Hologramme. I could see them coming.

SPEAKER_01

Wäre das was, wo du weitermachen würdest? Dreidimensionaler Film, wer würde dich das reizen?

SPEAKER_04

Oh mein Gott, also es ist gerade so der erste Gedanke irgendwie so dran. Also ich, also irgendwann einmal hoffe ich trotzdem, dass es so Kinos gibt, wo du, wo du so noch mehr immersed bist, kann ich mir schon vorstellen. Aber ich glaube, dass also ich glaube, da muss aber auch der Geist mitkommen. Also ich glaube, da sind wir in unserem Leben entfernt von. Also ich glaube, das ist dann für die nächsten Generation, weil das, weil der Kopf, also wir sind halt trotzdem Reptilien, seien wir uns ehrlich. Also unser Hirn muss eben sich auch noch irgendwie consciously weiterentwickeln. Aber ich könnte mir das schon vorstellen, vielleicht irgendwann einmal.

SPEAKER_01

Aber I have no idea. Wer weiß, wenn man seinen zehn Jahren vielleicht einmal wieder unterhalten, was du dann schon machst.

SPEAKER_04

Ja, ja voll. Jetzt, wo alles so schnell läuft, kann alles schnell gehen.

SPEAKER_03

Ja, das heißt also auf jeden Fall, wir werden in den Shownotes schreiben, wo du noch auftrittst. Grundsätzlich kann man mitnehmen, dass es gut ist, auch für junge und anstrebende Fotografen, Fotografinnen, Videografen, Videografinnen sich zu vernetzen, zu Veranstaltungen zu gehen, sei es jetzt von Sony oder Kanon oder Nikon und anderen. Das kann nie schaden und sicher helfen, Neues kennenzulernen. Ja, damit sind wir am Ende angekommen und ich sage vielen Dank, dass du da warst. Vielen Dank für deinen Besuch.

SPEAKER_04

Ich danke euch, danke vielmals. Es hat mich sehr gefreut, gerne wieder.

SPEAKER_02

Wir haben uns gefreut, dass ihr dabei wart und hoffen, es hat euch gefallen. Bis zur nächsten Folge des Fotoobjektiv Podcasts von Klaus Lorber und Cliff Kapatres. Ciao.