Pixel & Objektiv

Im Interview: Kamerafrau, Filmschaffende und boxquadrat-Mitgründerin Lauren Klocker

Klaus Lorbeer, Cliff Kapatais Season 1 Episode 27

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In dieser Folge dreht sich alles ums bewegte Bild. Lauren Klocker ist Filmemacherin aus Leidenschaft. Sie hat viele Jahre als Filmschaffende gearbeitet und ist Mitgründerin von boxquadrat. Die Agentur umfasst ein Mietstudio für kreative Kampagnen sowie Foto- und Videoproduktionen in Wien und die Entwicklung von Content Strategie am Standort Graz. Gemeinsam mit Cliff Kapatais spricht sie über ihre Begeisterung für Film, ihren Werdegang und die besonderen Herausforderungen, denen Frauen in der Filmbranche noch immer begegnen.

SPEAKER_00

Pixel und Objektiv, wo Bilder sprechen und Fotografen plaudern. Der Podcast von Klaus Lorbert, Chefredakteur des Foto Objektiv Magazins und Cliff Kaperteis, Fotograf und Agenturchef.

SPEAKER_03

Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Pixel und Objektiv. Ich habe heute wieder einen Gast im Studio und zwar Lauren Glocker, ihres Zeichen Filmemacherin and Studiobetreiberin, and mach noch ganz, ganz viele. And now to these themes würde ich mich heute gerne mit dir unterhalten. Lauren, magst du dich am besten selber vorstellen? Was machst du denn so and what bringt dich in the film and photowelt?

SPEAKER_01

Hi, Cliff. Erstmal danke for the Einladung. Sehr gerne. Also, du hast mich echt gut vorgestellt. Ich bin Filmemacherin aus Wien und das schon über zehn Jahre.

SPEAKER_03

Filmemacherin, was heißt das? Du arbeitest für Film und Fernsehen oder für.

SPEAKER_01

Ich bin selbstständig, auch das schon seit über zehn Jahren, als eben Filmemacherin im Sinne von allem möglichen. Also ich mache von Musikvideos, Kurzfilmen, über Social Content, Online-Videos, alles Mögliche. Und auch das von A bis Z, also Vorproduktion, die ganze Kommunikation, Vorarbeit, Organisation. Beim Dreh selbst meistens als Kamerafrau. And then in der Postproduktion kommt ein bisschen auf das Projekt drauf an, eben auch Schnitt, Color Grading und so weiter.

SPEAKER_03

Cool. Ich finde es immer spannend, wenn man alles kann oder alles können muss unter Anführungszeichen, dass man zumindest mitreden kann.

SPEAKER_01

Yeah, ich finde es immer ein bisschen schwer, das ist dann so wie der Kebauabstand, der irgendwie auch ASEAN-Nudeln verkauft und Pizza. Deswegen sage ich, es kommt ein bisschen darauf an, bei welchen Projekten oder um welche Projekte sich handelt. Am liebsten bin ich eigentlich in der Pre-Production bei der Organisation dabei und als Kamerafrau. Alles weitere mache ich, weil es eben Teil meines Jobs ist, weil ich als Selbstständiger oft auch nicht das Budget habe, andere Leute zu engagieren oder Experten, Expertinnen in dem Feld. And nachdem ich eben die, weiß ich nicht, Basic Color Grading beherrsche, kann ich das auch bei einigen Projekten selbst umsetzen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

SPEAKER_03

Cool, sehr, sehr cool. Du, wie bist du überhaupt zu dieser Filmwelt gekommen? Wie mehr hast du von jung an gewusst, das ist was, was du machen möchtest, oder ist man da durch Zufall reingeschlittert, wie so oft?

SPEAKER_01

Ich glaube, es war eine Mischung aus beiden, sagen wir es mal so. Also ich bin generell in einer Familie aufgewachsen, die sehr kunstaffin ist, oder wo sich eigentlich das ganze Leben um Kunst gedreht hat. Meine Mutter ist Professorin für Kunstgeschichte und Kuratorin, mein Vater ist Kunsthändler. Also ich bin from klein off with künstlern anders aufgewachsen anders with sehr diversen themen. And that's it. I think as a child, I'm gonna say I'm gonna say what my mama is, but it's actually often to describe what my electors as a job have. And then with 16, I have the filmset to schnuppern over the summer, also in Wien and in Berlin, and durfte done in some department malmachen. And I think that I see that film a Kunstrichtung, die alles vereint. Also, keine Ahnung, Bilder, Musik, man kann alles irgendwie reinpacken und damit Emotionen auslösen. Und das war für mich, glaube ich, der ausschlaggebende Punkt, warum ich es in der Branche mal probieren wollte.

SPEAKER_03

Voll cool, super spannend. Wenn wir schon quasi eine Expertin da haben, ich bin ja Laie. Ich konsumiere und schaue gern Filme und freue mich anders and denke mir manchmal, das war ein guter Film und das war ein schlechter Film. Gibt's, oder andersrum gefragt, wie unterscheidest du zwischen einem guten Film and einem grandiosen Film, einem Meisterwerk? Was muss da passen oder auf was achtest du da?

SPEAKER_01

Ich würde sagen, dass ein guter Film technisch gut umgesetzt ist, nach allen Regeln der filmgestalterischen Kunst, irgendwie produziert wurde. Ein grandioser Film bricht aber diese Regeln und experimentiert, er geht mehr in die Tiefe und kann Emotionen auslösen und spielt mit den verschiedenen Möglichkeiten, die du eben im Film hast. Und geht nicht immer auf Nummer sicher. Klingt gut, denke ich.

SPEAKER_03

Ich vergleiche das auch oft immer mit Fotos, weil es kommt ja immer die Frage, was ist ein gutes Foto oder wann ist ein Foto gut? Und viele Leute sagen, ja, es muss scharf sein und ein Bildkommen sind und diese ganzen Regeln. Aber es gibt halt technisch korrekte Bilder, die total langweilig sind. Und dann gibt es halt furchtbare Bilder, die einfach Emotionen haben und mitnehmen. Und ich glaube, so ähnlich kann man das ein bisschen in die Filmwelt auch übersetzen.

SPEAKER_01

Ja, auf jeden Fall. Und natürlich ist es am Ende auch alles Geschmackssache.

SPEAKER_03

Das stimmt.

SPEAKER_01

Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch hat andere Vorlieben. Und wichtig ist, dass man in seinen Filmen oder in seinen Photos findet und zufrieden damit ist. Und ich glaube, das ist, wenn du dein Hobby zum Beruf machst, extrem schwierig. Dass man auch erinnert, where man diesen Beruf macht. Weil man sehr schnell tended, einfach good films, technically good, um and nicht mehr herausragender. Weil du einfach under Zeitstress teilweise auch Kundenfeedback beachten muss, natürlich. Das ist ja auch logisch. And I have tatsächlich Anfang des Jahres ein Showreel for me geschnitten und gemerkt, dass ich kein einziges Kundenprojekt da reinverarbeitet habe, weil ich mich in meinen freien Projekten einfach so viel mehr ausleben kann und dadurch am Ende auch zufriedener bin.

SPEAKER_03

Ich glaube, das ist das Problem, das wir oft haben, wenn man von der Fotografie, wenn man vom Film lebt, dann ist es halt die eine Sache, sich auszutoben und coole Sachen zu machen, weil die andere Sache, man muss die Miete zahlen, ja. Und dann rutscht man halt ins kommerzielle, weil man muss halt irgendwo schauen, dass die Jobs reinkommen. Das ist meistens dann sehr technisch perfekt, aber dann doch eher auf der glatten Schiene, auf der safen Seite und nicht wirklich exciting. Cool. Aber das heißt, du machst das so wie ich, du machst auch viele freie Projekte nebenbei, um dir den Spaß an der Arbeit quasi zu erhalten. Perfekt. Wäre das etwas, was du Kollegen und Kolleginnen noch empfehlen würdest zu machen?

SPEAKER_01

Unbedingt, weil sonst, also ich finde, es ist sonst schwierig, sich zurückzuerinnern, warum man diesen Job gerne macht. Und irgendwann kann es natürlich auch der Punkt kommen, wo man dann verzweifelt und sich denkt, ich bin überhaupt nicht mehr kreativ, ich kann das alles nicht mehr. Und die Möglichkeit schlummert schon noch in dir, aber du musst eben zwischendurch die freien Projekte machen, um dich daran zu erinnern, weil du sonst oft auch einfach untergehst in den Auftragsarbeiten, die ja vielleicht nicht ganz so kreativ sind, wie man sich das selbst wünscht oder vorgestellt hat.

SPEAKER_03

Das stimmt. Weil wir gerade auch so beim Thema Auftragsarbeiten sind. Ab und zu, also wenn ich einen Auftrag gebe, dann gibt es immer so zwei Welten. Entweder es gibt ein sehr, sehr genaues Briefing und das muss genauso rausschauen und sonst alles andere wird nicht akzeptiert. Oder die andere Extreme ist, du machst das schon, du bist der Fotograf, du bist der Experte, tu das. Und beides hat Probleme und hat halt halt Schwierigkeiten und Herausforderungen. Mit dem schlimmsten, the worst-case-Scenario ist dann halt irgendwie sagt, nee, so wollte ich das nicht, wir müssen das anders machen. Und während das bei einem Photo halbwegs schnell, also wenn das jetzt nicht eine zu komplexe Herausforderung war, also wenn das ein Studio-Foto war und ein Portrait, kann man das recht schnell nachholen. In einem Film musste ich merken, also es fängt mit diesen Kleinigkeiten an, toll, gefällt uns wunderbar, können wir nur die Musik ändern und dann musst du halt alles neu schneiden. Viel schwieriger, oder?

SPEAKER_01

Auf jeden Fall. Man bekommt Übungen dann darin, wie man mit den Kunden und Kundinnen redet, was man schon vorab braucht und was man so in einem Feedback-Schleifen einfordert. Aber auch das variiert von Firma zu Firma. Also es kommt sehr stark drauf an, wer gegenüber von dir sitzt und mit wem du arbeitest. Ja, schwieriges Thema, weil natürlich du bist kein, also du bist eine Dienstleisterin, and ich am Ende auch ein Produkt abzugeben, was dem Kunden gefällt, or was halt die Anforderungen waren. But that kommen wir wieder auf die Geschmacksrichtung. Also es sind einfach die Geschmäcker so unterschiedlich. And when man im Vorfeld nicht genau communiziert hat, or vielleicht was missverstanden hat, then schnell passieren, dass mir das Endproduct gefällt, but it's and that the Kunde wanted. Dennoch is, I think, in film should be gang and game that you need with the shooting from form beginnst. Also man muss down irgendwo a middlewake finden, show that man of a site comes. And at the end of the day, verdiene ich damit my geld and muss the rechnir trotzdem stellen. When I have a maler engage, who my wounding ausmalt and it quiet mir doch nicht, weil, keine Ahnung, er die Ecken nicht genau genug gemacht hat. Am Ende kriegt er trotzdem sein Geld und ich habe ein Learning für das nächste Mal und werde das nächste Mal mein Briefing anpassen und vielleicht ein besseres Endergebnis haben.

SPEAKER_03

Voll. Ich finde es den Vergleich mit der echten Welt und kreativen Berufen immer so lustig, weil das ist ja halt auch genauso, mit diesen kommen machst du das erste Mal gratis und wenn es uns gefällt, dann kriegst du das nächste Mal einen großen Auftrag. Kein Mensch kann in irgendeinen Supermarkt reingehen und mach mir eine Wurstseimel, ich esse die gratis und wenn sie schmeckt, komme ich wieder. Das sollten wir mal ausprobieren. Nein, aber ich sehe das genauso wie du. Ich finde, eines der wichtigsten Learnings, die ich relativ früh in meiner Karriere machen musste, ist, dass eigentlich Kommunikation das Ein und alles ist und dass ich verantwortlich bin zu kommunizieren. Also gerade als junger Neuling war das bei mir so, naja, wenn die mir das nicht gesagt haben, ob das jetzt grün oder rot im Hintergrund sein soll, mache ich halt, was ich will. Weil sonst hätten wir es gewusst, dass sich das eigentlich keiner überlegt hat und dass ich fragen musste, weil es ja mein Job ist, dass ich fürs Bild verantwortlich oder für den Film verantwortlich bin, das kam dann relativ schnell. Sonst wird es teuer oder mühsam halt. Was sind bei dir so diese ersten erfahrungswerte Learnings gewesen, wo du festgestellt hast, in der Theorie oder bei deinen ersten eigenen Filmen war das leicht und dann in der kommerziellen Welt lief es anders oder muss man auf diese Sachen achten?

SPEAKER_01

Schwierige Frage. Ich kann gar nicht genau sagen, wie ich dieses Learning erhalten habe, muss ich ehrlich sagen. Also es war ein fließender Übergang von diesen freien Sachen zu bezahlten Sachen. Ich habe aber relativ früh begonnen, auf bezahlten Drehs zu arbeiten, zu schauen, dass ich mich in einem professionellen Umfeld umgebe. Also es ist schon zum Beispiel jetzt in der Filmbranche wichtig, dass du auf Studentensets dabei bist bei irgendwelchen Kurzfilmdrehts und so weiter. Aber es ist einfach ein Unterschied zwischen einem Kurzfilmdreh und dann einem wirklich professionellen Spielfilmdreh. Und ja, so wie es bei dem einen abläuft, läuft es sich ja nicht beim anderen ab. Und deswegen habe ich für mich früh entschlossen, dass ich eher bei bezahlten und professionellen Dreh dabei sein möchte, um zu schauen, wie es wirklich in der Branche ist. Natürlich verkauft man sich am Anfang unterwert. Also ich tendere immer dazu, mich unterwert zu verkaufen, halte mich aber sehr strikt an die Preise, die wir in der Firma ausgemacht haben, damit ich nicht Gefahr laufe, mich irgendwie mich selbst zu verlieren.

SPEAKER_03

Ich hacke da gleich ein, weil ich fand das recht spannend. Man tendiert prinzipiell ja immer wieder zu knapp zu kalkulieren oder zu sagen, ja, es ist nicht zu viel Aufwand, obwohl man weiß, wie viel Aufwand das da meistens wirklich ist. Und ich habe für mich beschlossen, ich werde jetzt einfach Sachen, die ich nicht machen möchte. Es kommen ja auch ab und zu Aufträge rein, wo man denkt, naja, muss ich jetzt nicht so wirklich machen. Einfach wirklich hochpreisig Kostenvorschläge zu schicken. Und wenn es wir annimmt, dann sagt man ja. Erschreckenderweise werden die sehr oft angenommen. Und dann denkt man sich immer, oh, okay, er hätte doch noch wesentlich höher ansetzen können. Und ja, also vielleicht so ein Learning für alle da draußen, die das kommerzielle machen wollen. Probiert es mal ein paar Sachen, die euch vielleicht nicht so Spaß machen, wirklich hochpreisig zu verkaufen. Und wenn da mal wer ja sagt, seht ihr erstens euren Wert und wo man tatsächlich ansetzen kann.

unknown

Okay, okay.

SPEAKER_03

Cool. Lustig, du hast gerade so High-End, wirkliche Filmproduktionen und dergleichen erwähnt. In Zeiten von KI, es ist ja nicht nur als Fotograf spannend, sondern auch als Filmemacherin. Hast du mit KI schon zu tun gehabt und hast du da so erste Meinungen, Gefühle dazu?

SPEAKER_01

Ja, sagen wir mal gemischte Gefühle. Ich glaube so wie die meisten in unserer Branche. Aber ja, also ich bin der Meinung, dass KI definitiv etwas ist, was wir in Zukunft öfter nutzen werden, was uns einfach auch hilft bei Dingen, dass wir schneller sind, dass wir schneller arbeiten können, dass wir vielleicht Dinge auch abgeben können, die uns vielleicht nicht so gefallen. Also an sich sind das alles Tools, die schon Sinn machen. Es gibt aber in meiner oder in meinem Kopf oft, ich denke sehr oft natürlich in den letzten Monaten auch darüber nach, weil das natürlich auch unsere Jobbeschreibung bis zu einem gewissen Grad auch ändern könnte. Und für mich selbst habe ich entschlossen, ich nutze KI-Tools, solange sie in den Softwares eingebaut werden, die ich auch nutze, also in dem Fall Da Vinci, Premiere etc., nutze ich das sehr, sehr gerne. Also auch in Photoshop, Hintergrundentfernung ist viel einfacher. Ja, mega. Du musst nicht mehr ewig dran sitzen. Ich glaube, da geht es dir ja auch ähnlich.

SPEAKER_03

Absolut, ja. Also die Lebenszeit, die man da teilweise zurückgewonnen hat für sinnloses, stupide Arbeiten, wo es wirklich egal ist, ob das die Maschine macht oder ich.

SPEAKER_01

Ja, voll, genau. Also da das sehe ich komplett ein. Dass ich jetzt mir Prompten beibringe und diverseste neue KI-Tools und Software, das sehe ich überhaupt nicht, weil das, was ich an meinem Job liebe, ist das Reisen, das Herumkommen, neue Leute kennenlernen. Die körperliche Arbeit als Kamerafrau macht mir extrem viel Spaß, an meine Grenzen zu gehen, solche Dinge. Und das funktioniert einfach nicht, wenn ich vor meinem Laptop zu Hause sitze und prompte. Also so wichtig sind mir dann auch.

SPEAKER_03

Die Grenzen aber eher Frustrationsgrenzen.

SPEAKER_01

Ja, genau, Frustrationsgrenzen. Also erstens habe ich Legasthenie, ich bin sowieso nicht die beste Texterin. Und wenn ich mir dann jetzt noch vorstelle, dass ich für die ganzen Bilder, die ich im Kopf habe, dass ich die jetzt beschreiben muss und dann wirst du ja auch überflutet mit Bildern. Du siehst dann, okay, zu dem Text passen die Bilder, aber da könnte ich noch das ändern. Also man wird ja wirklich regelrecht überflutet mit diesen Bildern und kann sich am Ende vielleicht auch gar nicht mehr entscheiden, welches jetzt das Beste ist. Mit dem Gedankengang tue ich mir noch sehr schwer. Also ja, schauen wir mal, was die Zukunft bringt.

SPEAKER_03

Ich befürchte, es geht schneller als wir wollen, aber Interesting New Times, muss man mal vorsichtig zu sagen.

SPEAKER_01

Auf jeden Fall.

SPEAKER_03

Bei der Fotografie ist es ja so oft, dass uns vorgeworfen wird, wir drücken ja nur aufs Knopfpfeil und inzwischen hat jeder so ein tolles Handy und jetzt kann ja jeder fotografieren. Beim Film oder bei der Hollywood und bei Proper Film Production, da war ja meistens immer noch so ein bisschen eine Heimschweil, weil da musstest du einerseits viel mehr Equipment noch haben und tatsächlich ein bisschen mehr Ahnung von dem, was du machtest. Also bei guten Fotos auch, aber a different story. Glaubst du, dass in Zeiten von der KI so richtige High-End-Hollywood-Blockbusters mit Millionen Budgets überleben werden oder wird dann wirklich jeder seinen Film der Wahl trägen können mit ein paar Prompts zu Hause?

SPEAKER_01

Glaube ich nicht. Also, ich glaube nicht, dass jeder seinen eigenen Film mit KI prompten kann. Weil erstens ist auch Prompting ein etwas, was man sich beibringen muss und was Übung erfordert. Also so einfach, wie sich das vielleicht jeder denkt, ist KI oder Videoerstellung mit KI zumindest bis jetzt noch nicht. Ich glaube schon, dass so die klassischen Hollywood-Filme überleben werden und auch weiterproduziert werden. Vielleicht nicht mehr in der Masse oder vielleicht auch schon in der Masse, aber dafür mit Hilfestellung der KI. Yeah, aber ich glaube nicht, dass das verloren gehen wird.

SPEAKER_03

Ich glaube auch nicht. Also ich glaube, ich mache mir auch nicht um unsere Jobs Sorgen. Ich glaube, solange man sich gut positionieren kann und weiß, was man mitbringt und dass es nicht eben das Bedienen eines Tools ist, sondern dass es eben die kreative Vision und alles, was dazugehört ist, wird es uns weitergeben. Genauso wie auch, obwohl jetzt jeder theoretisch in der Lage ist, seinen eigenen Film zu machen, seine eigenen Fotos zu machen. Ich habe letztens eine Diskussion zum Thema Gaming gehabt mit Leuten, die ich meinen, jetzt kann sich jeder mit KI sein eigenes Spiel bauen. Und ich sage mir einfach, ich will das nicht. Wenn ich Zeit zum Zocken finde, möchte ich ein gut gemachtes Spiel mit Story von jemandem anderem haben, in dem ich mich hinein verlieren kann. Genauso auch mit Filmen. Ich möchte mir, also natürlich ist es witzig, vielleicht mal einen Film zu machen über die Familie oder das Hobby oder sonst was. Aber die Abendunterhaltung sehe ich nach wie vor so, als da, da möchte ich passiver Konsument sein und mich von hochqualitativen Sachen mitreißen.

SPEAKER_01

Auf jeden Fall, weil Film ist halt auch ein Handwerk, ganz einfach. Und klar wäre heutzutage jeder in der Lage, seinen Tisch oder seine Sessel selbst zu machen, aber wir kaufen sie ja trotzdem, weil wir nicht die Zeit dafür haben, uns dieses Handwerk anzueignen und dann auch wirklich umzusetzen. Und am Ende brauchst du trotzdem für KI auch einen Rechner, der das Ganze packt, irgendwie Lizenzgebühren etc. Und dann ist die Frage, ob du dir das wirklich alles kaufst, nur damit du halt dein Abendprogramm füllen kannst sozusagen oder Spiele generieren kannst.

SPEAKER_03

Das ist ein cooler Vergleich. Du hast gerade gesagt, Handwerk. Der Bereich Film und die ganze Filmbranche, genauso wie auch teilweise Fotografie, war ja immer so so ein bisschen ein männliches Handwerksberuf und wir haben sehr viele alteingesessene Kollegen, diesmal wirklich Kolleginnen, die teilweise ein bisschen verstaubte Werte mit sich mitbringen. Ich treffe das in der Fotografiewelt immer wieder. Ist das in der Filmwelt genauso? Besser, progressiver, anders?

SPEAKER_01

Also ich glaube, also meiner Meinung nach glaube ich sogar schlimmer als in der Fotografie.

SPEAKER_03

Okay.

SPEAKER_01

Muss ich ehrlich gesagt sagen.

SPEAKER_03

Merkst du das in deinem Alltag? Bist du genervt? Gibt es Situationen, wo du denkst, das muss jetzt nicht mehr sein?

SPEAKER_01

Ja, merke ich schon. Es ist auf jeden Fall eine Verbesserung da. Und ich würde auch eher sagen, dass es jetzt nicht an den Männern liegt, die in der Filmbranche per se arbeiten, aber an unserem generellen System, in dem wir live. Also die Gesellschaft in der weben, das politische Space, in dem wir live, macht Frauen in der Filmbranche einfach nicht, ja, macht das Leben für eine Frau in der Filmbranche nicht einfach. Besonders when man als Frau an den Punkt kommt, ich will eine Familie gründen. Es gibt dazu auch eine Studie, dass da sehr viele Frauen dann entweder kleinere Positionen am Filmset wieder annehmen, einfach planbare Positionen oder generell in der Filmbranche aufhören. Und das finde ich halt sehr schade. Also das liegt ja nicht an den Männern. Also klar kommt man immer wieder an die Grenzen, wo dann sexistische Sprüche irgendwie dahergesagt werden. Aber das ist jetzt nicht filmbranchenspezifisch, das findest du überall. Aber eben die Struktur im Film und die Hierarchien etc., da ist auf jeden Fall noch Potenzial nach oben, dass sich da was verbessert.

SPEAKER_03

Ich kann es aus meiner Welt sehen. Ich habe jetzt eine zwölfjährige Tochter. Ab dem Level, glaube ich, wird es besser, weil für die ist sowas schon sehr alltäglich von Gendern ein bisschen wurscht, wer das ist und wie man. Also ich habe sehr viel Hoffnung in die Zukunft. Ich arbeite daran, dass sie eine gleichere und bessere Welt wird. Aber ich finde es wirklich teilweise extrem mühsam, dass wir mit dem Klumpert uns noch herummelden müssen.

SPEAKER_01

Ja, und du musst dich als Frau auch immer doppelt und dreifach beweisen. Also du wirst halt, aber auch das ist jetzt nicht branchenspezifisch. Das geht über alle Branchen hinweg. Aber die Flimbranche ist halt schon eine körperliche Branche. Also vielleicht stellen sich das manche Leute weniger körperlich vor als es ist, aber es ist wirklich anpackberuf. Also du schlappst the school, du bist extrem gefordert. And klar is das vielleicht for a manchmal a bitch, aber in reality, nah. Also ich train like 12 years two years that I can, my cameras stable holding, oh that I can't. So wie am Anfang, wie ich auf Filmseits begonnen habe, sind dann immer irgendwelche Männer zu mir hergerannt. Oh nein, ich trage den Koffer. You have this nice gemeint, but it nimmt mir wieder the legitimation here to my eyes and dafforation, that I'm undergone gebessert, aber it is noch Luft nach oben.

SPEAKER_03

Let's work on it. Let's work on it.

SPEAKER_01

Oh yeah.

SPEAKER_03

Was nerv dich denn so in der Film- und Content-Branche? Mir fallen zum Thema Fotografie immer so ein paar Sachen ein, wo man denke, ach, das muss nicht sein, das nervt so sehr. Gibt es bei dir auch so Trigger Points, wo du sagst, magst du da ein bisschen was mit uns teilen?

SPEAKER_01

Ja, also ich habe vorhin darüber nachgedacht, also die Filmbranche, oder ich würde es gerne trennen ein bisschen. Also die Filmbranche, an der nervt mich eben diese Familienvereinbarkeit. Ich habe selbst eine kleine Tochter und ich habe mich recht früh dann entschieden, dass ich nicht in the classical filmbranche, that I dort not, sondern dass ich eben a medienproduktion eröffne, wo ich schnell content, also online videos, social content, etc. mache. Weil that planbar is and I'm the plan erstellen. In the filmbranche is this event not planbar, which bedeutet that when my tochter alt genug is, I think Fuß fassen möchte, weil das eigentlich schon liebe in my roof. Also ich würde schon klassische Bilder machen, mehr Control über meine Bildgestaltung and so. Beim Content generell, also social media content, da nervt mich definitiv die Schnelllebigkeit, die quantität über die Qualität. This vermeintlich, we are kreativ, but in wirklich macht jeder denselben Trend and macht jeder Videos, die dem Algorithmus gefallen. Und das nervt mich so sehr. Also es ist ja kaum unemotional darüber reden, weil das ist etwas, was eigentlich unsere Kreativität zerstört.

SPEAKER_03

Ich verstehe es sehr gut, das ist sehr furchtbar. Ich habe auch selber so einen kleinen YouTube-Channel. Und du bist so gefangen in dieser Welt mit, ich würde gerne das machen, aber damit es irgendwer sieht, muss ich was anderes machen und muss halt Hooks verwenden. Und da gibt es halt zehn gleiche und jede, ich habe letztens schmunzeln müssen in meinen YouTube-Timeline waren wirklich drei Videos von relativ großen Kanälen, die alle genau denselben Formulierungen für den Title hatten. Weil das hat man jetzt so gelernt und das mag der Algorithmus und dann klickt man drauf. Frustrierend, aber ja, es ist halt part of the business im Moment. Ich finde es recht angenehm oder zumindest erfrischend, dass manche Inhalte und Kanäle jetzt eher so raw werden, das alles nicht mehr so hochklären, sondern poliert und sonst eher so ein bisschen Flog-Style, dann komme ich nämlich mit und zeigt der Einblick, also zurück zum Inhalt, so wie es eigentlich sein sollte, dass der wertvoll ist, als das drumherum. Aber ja, die Content-Welt ist mühsam.

SPEAKER_01

Das stimmt. Und im Endeffekt sind ja auch, finde ich, diese Vlog-Videos, sie sind eh real and man sieht irgendwie was oder man kriegt einen Einblick in das Leben der Menschen, aber es sind trotzdem alle nach demselben Schema geschnitten, nach demselben Schema gefilmt. Also so unterschiedlich ist es am Ende dann doch auch wieder nicht.

SPEAKER_03

Absolut. Es gibt ja so templates, an die man quasi sich halten kann.

SPEAKER_01

Genau, and that is auch der Fluch, finde ich, von der KI, zumindest momentan, was jeder überproportional verwendet, dass die Texte alles ähnlich klingen, weil wir lassen KI unsere Texte schreiben und sind dann noch dazu zu faul, zum Teil die wieder umzuschreiben. Also wenn du schon deine Text über KI schreiben lässt, dann sei doch wenigstens oder verwend wenigstens nochmal zehn Minuten, um ein bisschen mehr Persönlichkeit reinzubringen und deine eigene Wortwahl.

SPEAKER_03

Ja, das ist eine complicated story. Also einerseits, wenn man weiß, wie man es bedient, kann man das relativ gut umgehen. Und ich fand es immer recht witzig, weil Texten ist jetzt auch nicht meine Stärke, ich bin auch eher visuell unterwegs. Aber wenn man sich da was generieren lässt und man merkt, hey, das passt, das reicht, oh super, danke vielmals, damit können wir arbeiten, was soll ich da noch die zehn Minuten reinstecken? Also man stumpft halt irgendwann mal ab und aber ja. It's complicated, um das mal vorsichtig zu sagen. Du, wenn du jetzt mit jungen Kollegen und Kolleginnen redest, die vielleicht Bock haben, auch Filme zu machen, Filemacherinnen zu werden, Kamerafrau, Regisseurinnen. Hast du Tipps für sie, Empfehlungen? Oder mach das nicht, mach lieber das. Gibt es da so ein paar Sachen, die du oder vergiss es machst gar nicht.

SPEAKER_01

Vergiss es machst du gar nicht, ist gut. Nein, überhaupt nicht. Also ich würde sagen, probier's. Es ist nicht das leichteste Feld. Also generell glaube ich die Kreativbranche, egal ob Fotografie oder Film oder Tontechnik oder was auch immer, ist nicht das einfachste, der einfachste Job. Aber machen, einfach machen, üben, ganz viel üben und nicht unterkriegen lassen.

SPEAKER_03

Gibt es denn einen Punkt, wo du sagst, so fängt man am besten an? Also muss man klassische eine Ausbildung machen, muss man einfach viel Film schauen, mal eine Kamera kaufen?

SPEAKER_01

Ja, jein. Also klassische Ausbildung braucht man eigentlich nicht. Du brauchst eigentlich auch jetzt nicht viel Filme schauen, finde ich. Eine gute Kamera wäre vielleicht ganz praktisch, aber da gibt es heutzutage eh schon wirklich technisch super Kameras für Einsteiger, die auch nicht mehr die Welt kosten. Nein, ich glaube, kauft euch eine Kamera and beginnt mal einfach zu filmen, euch das anzueignen. Kommt ein bisschen drauf an, in welchem Bereich you wollt ihr im Film wollen. Schnuppert mal auf einem Set mit dabei. Man kann genug Agenturen oder Filmproduktionen mal anschreiben. Natürlich, wenn ihr eine Art Portfolio vorzuweisen habt, was meistens nur dadurch entsteht, dass man eine Medienschule besucht, dann habt ihr natürlich einen besseren Einstieg. Für mich war es relevant, eine Ausbildung zu machen. Ich war eine sehr, sehr, sehr schüchterne Person and ich glaube, so von allein hätte ich es nicht geschafft. Durch meine Ausbildung habe ich das technische Know-how bekommen, das ich davor nicht hatte, und ein Netzwerk, das ich bis heute halte. Und was extrem wichtig ist in der Medienbranche, dass du Leute aus verschiedensten Bereichen irgendwie kennst und ihr euch gegenseitig unterstützt und am Ende eben auch bucht es als Freelancer. Es ist immer gut, Leute an seiner Seite zu haben.

SPEAKER_03

Cool, stimmt. Das kann ich auch noch unterschreiben. Also es ist so eine Sache, die ich zum Beispiel oder die viele auch unterschätzen, dieses Networking, ja, oder dieses, ich mache gute Fotos, das muss doch reichen, dass ich gebucht werde. Naja, meistens leider nicht. Also du musst halt dann trotzdem Agenturen, Kunden, Events, Social Media, irgendwo musst du präsent sein, dass die Leute auf euch aufmerksam werden. Weil einerseits sind wir natürlich ein sehr, sehr nischiger Sparte, aber andererseits gibt es doch sehr, sehr viele von uns, die doch das Gleiche machen und davon leben wollen. Und gerade in Zeiten wie diesen, wo Budgets immer kleiner und enger und schwieriger werden, ja, muss man schauen, dass man sich gut positioniert. Also weiterer Tipp, den ich dann auch so in die Runde hauen würde, der eh auf dem Berufe, was du sagst, geht's raus, netzwerkt, macht es Freundschaften, macht es Bekanntschaften. Das ist auch eine Sache, die ich beim Fotografiemeister cool fand, ja. Die Leute, mit denen ich das gemacht habe, da bin ich heute noch vernetzt. Also das Wissen war es weniger, sondern eher dieses Network, das man sich da aufbaut. Und da hilft euch gegenseitig, ja. Also das ist auch irgendwie, ich weiß nicht, wie es in der Filmbranche ist. Beim Fotografen ist es oft so ein bisschen neidisch. Warum hat der den Job und das hätte ich besser machen können, bla.

SPEAKER_01

Ja, ich glaube, es ist ein bisschen besser vielleicht. Kommt auch drauf an, ob du jetzt so die Videografen hast, die eh so One-Man-One-Woman-Shows sind oder ob du halt die eingesessenen Filmschaffenden hast, die immer in einem Team von 30 bis 50 Personen arbeiten. Also ich finde schon, Film is a teamarbeit und an sich unterstützt man sich da gegenseitig. Außer man is eben so, ja, weiß ich nicht, Content Creator or wie auch immer man das heute so nennt.

SPEAKER_03

Cool, super. Lauren, vielen Dank für die Einblicke. Du bist im Box Quadrat tätig unter Anführungszeichen, oder you gehört das Box Quadrat. Magst du vielleicht noch da zwei, drei Worte sagen, falls irgendwer mit dir netzwerken möchte, wo wir dich erreicht?

SPEAKER_01

Voll gern. Also ja, ich bin Gründerin and Geschäftsführerin oder Mitgeschäftsführerin vom Boxquadrat. Wir sind im 16. Bezirk in der Brunnengasse, ein Filmfoto- und Tonstudio und auch parallel eine Medienproduktionsfirma. Genau, wir sind vier Freunde, würde ich sagen, die gemeinsam Content produzieren. Und unser Neuzugang, die Paula, die sitzt in Hamburg und arbeitet remote mit uns und macht sozusagen Social Media Marketing, das wir anbieten.

SPEAKER_03

Perfekt. Du, dann würde ich sagen, lass uns da Schluss machen. Vielen Dank für den Besuch.

SPEAKER_01

Danke für die Einladung.

SPEAKER_03

Vielleicht müssen wir uns nochmal treffen, weil wir das ganze Thema Studio besitzen, betreiben und sonst was. Ich glaube, da gibt es noch einiges, wo wir auch drüber reden könnten.

SPEAKER_01

Sehr gerne.

SPEAKER_03

Das heben wir uns einfach fürs nächste Mal auf.

SPEAKER_01

Vielleicht auch bei uns im Studio ab.

SPEAKER_03

Sehr gerne. Das freut mich. Content Creator Podcast Ding hier. Cool. Dann danke dir für den Besuch und bis zum nächsten Mal.

SPEAKER_01

Danke, Tschau.

SPEAKER_02

Wir haben uns gefreut that you dabei wart and hoffen, it has gone. Bis zur neuen Folge des Photoobjektiv Podcasts von Cliff Kapertys and Glaus Lohrbeer.